Liebe und Selbstliebe
Ich habe lange darüber nachgedacht, was mich an dem derzeit so häufig gehörten Konzept der Selbstliebe stört und worin es unstimmig erscheint. Wer liebt hier eigentlich wen? Und was nützt es, wenn ein Teil von mir behauptet, einen anderen Teil von mir zu lieben? Liebe ich dann alle Aspekte meiner selbst – oder gibt es weiterhin Eigenschaften, die ich an mir ablehne und nicht schätze? In stillen Momenten – und manchmal auch ganz spontan – erfahre ich etwas anderes: Ich fühle, dass ich schlicht Liebe bin. Es gibt dann keine Trennung. Es ist einfach Liebe, Freude und ein Strahlen für alles in und um mich herum. Das ist meine unmittelbare Erfahrung. Eine Sendung von Rupert Spira hat mir diesen Unterschied besonders klar gemacht. Er griff auf das bekannte englische Sprichwort zurück: „You can’t have your cake and eat it too“ – man kann den Kuchen nicht zugleich behalten und essen. Sobald man etwas erkennen will, muss man Abstand gewinnen und von außen darauf blicken. Nur so lässt...
